Billy Cobham (USA)

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Seit seinem Durchbruch in den frühen 1970er Jahren als Gründungsmitglied des Mahavishnu Orchestra und als Drummer / Leader ist Billy Cobham stets der unermüdliche, musikalische Entdecker und Forscher geblieben, der er war. Mit seinem kraftvollen und komplexen Schlagzeug-Spiel hat er enormen Einfluss auf die Entwicklung der Jazz- und Fusion-Jazz-Szene genommen, wie man beispielsweise auf seinem Nummer-Eins-Album Spectrum hören kann. Sein spielerisches Niveau zeigt sich unter anderem bei der Doublebassdrum – eine Technik, die er beherrscht wie kein anderer. Doch Billy Cobham weit mehr als ein grandioser Schlagzeuger und Percussionist. Er hat sich auch als Komponist und Produzent einen Namen gemacht.

Seine Biografie verdeutlicht seinen internationalen Werdegang: Billy Cobham wurde in Colón (Panama) am 16. Mai 1944 geboren. Im Winter des Jahres ’47 siedelte seine Familie in die USA um, wo sie zuerst in Harlem, später dann in der Bedford-Stuyvesant Sektion in Brooklyn lebte. „Musik war allumgebend“, so erinnert sich Cobham. „Zuerst entweder folkloristische Latin-Musik oder ‚tipico‘, wie sie es in Panama nannten, oder Jazz.“ Cobham, dessen erster, bezahlter Gig bereits im Alter von 8 Jahren stattfand, um seinem Vater einen Gefallen zu tun, sammelte erste Erfahrungen als Drummer, indem er Mitglied der St. Catherine’s Queensmen, einer Trommel- und Horngruppe in St. Albans (Queens) war. Danach lernte er an der berühmt-berüchtigten New Yorker High School of Music and Art, wo er Musiktheorie und Schlagzeug-Techniken neben einigen der heute wohl größten Musiklegenden wie dem Trompeter Jimmy Owens, dem Bassisten Eddie Gomez und dem Pianisten Larry Willis studierte.

Damals war „Jazz ein eher ‚verbotenes Gefilde‘ für die Studenten, wohingegen klassische Musik von dem Bildungsestablishment bevorzugt wurde. Und so leckten sich die Studenten natürlich die Finger danach, mit Jazzkünstlern in Berührung zu kommen, sei es die Möglichkeit durch das Aufeinandertreffen während der Vorlesungen oder über das Anhören von LONGPLAY-Platten, die sie studierten und dann eventuell nachspielen konnten.“ In Panama geboren und New York aufgewachsen, in der Schweiz für mehr als 25 Jahre verweilend, so konnte Cobham dank dieser internationalen Erfahrungen nicht nur als Master-Drummer und Percussionist, sondern auch als Komponist, Producer und Musik-Erzieher Grenzen überschreiten und in seinem eigenen, kreativen Ausdruck die weltweit gesammelten Erfahrungen verarbeiten.

Billy Cobham’s neuestes Album “ Tales from the Skeleton Coast“ ist die dritte Veröffentlichung zum Gedenken und zu Ehren seiner Eltern. In seinen eignen Worten beschreibt Billy Cobham sein neues Album: “ “Tales from the Skeleton Coast“ reflektiert grundsätzlich prägende Erfahrungen mit meinen Eltern. Erinnerungen, die einen tiefen Eindruck in Herz und Geist hinterlassen haben. Ebenso behandle ich bei diesem Album Eindrücke von meinen Touren durch eine Region, die früher als Southwest Africa, heute als Namibia, bekannt war. Die Bilder der Skelettküste brennen immer noch in mir und in weiterer Folge in meiner Musik, die ich als klangliche Reflexion dieser Zeit kreiert habe.“