Gema 4 (IL, CU)


Gema 4  (Die vier Edelsteine) sind unter den ganz großen a cappella Gruppen eine Sensation! Ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum feiern sie– mit einer neuen CD und neuer Bühnenshow: ein Streifzug durch die besten und bedeutendsten Songs aus ihrem Repertoire – Songs, mit denen sie zu vorrangigen Vertretern ihres Genres auf internationaler Ebene avanciert sind. Mit seinen Gesangsharmonien, die vor allem stark in der kubanischen Musiktradition verwurzelt sind, steht das Vokalquartett seit jeher auf den Hauptbühnen der internationalen Musikwelt. Und hat bereits Konzerte mit einigen der größten Musiker der Gegenwart gegeben – unter ihnen Ibrahim Ferrer, Celia Cruz, Omara Portuondo und Eddie Palmieri, um nur einige zu nennen…

Nun führen uns Gema 4 erneut durch die Perlen der kubanischen Musik: die großen Boleros, Lieder im Filín- und Són-Stil, Guarachas, Chachacha… und dies mit einem Sinn für Humor und Leichtigkeit, der sie seit ihren Anfangstagen auszeichnet. Das Werk, das diese vier Ausnahmestimmen in dieser Zeit veröffentlicht haben, ist dabei von höchster musikalischer Güte: fein, subtil und ausdrucksstark.

Ein einfaches Handy Video, welches die Gruppe bei einer ihrer Proben zeigt, wurde in den sozialen Medien tausendfach geteilt und millionenfach gesehen:



Bio
An einem Nachmittag im Juli 1991 fand sich eine gesellige und musikalische Runde im Haus der Komponistin Marta Valdés in Havana ein. Unter den Gästen befand sich auch die berühmte und angesehene Sängerin Elena Burke.

Sie hörte Odette Tellerías Gesangsdarbietung und sagte zu ihr: „Wie wunderschön! – Aber wie wäre es denn, drei weitere Sängerinnen zu finden und gemeinsam ein Vokalquartett zu gründen?“

In Kuba, man muss es erwähnen, haben Vokalquartette eine lange und populäre Tradition. Und Elena Burke vermisste die Zeiten, in denen der Klang dieser Ensembles scheinbar überall zu hören war. Quartette, die die warme kubanische Sommerluft so wunderbar zum Klingen gebracht hatten. Quartette mit so klangvollen Namen wie Meme Solís (ein gemischtes Ensemble), Los Zafiros (ein reines Männerquartett) – oder Las D’Aída, dem berühmten Frauenquartett, dem Elena Burke selbst angehört hatte, zusammen mit den Sängerninnen Haydé, Omara Portuondo und Moraima Secada unter der Leitung der Pianistin Aída Díestro.

Eine Woche später sah sich Odette Tellería mit derselben Gruppe von Gästen wieder, erneut im Haus der bekannten Komponistin, aber nun in der Gesellschaft dreier Altistinnen – Estela, Damaris und Laura. Zusammen sangen sie A-Capella-Fassungen von Tania Castellanos‘ „Evocación“ sowie Miguel Matamoros‘ „Ja Mujer de Antonio“ – eine Darbietung, die mit begeistertem Applaus bedacht wurde.

Überall im Raum konnte man hören, wie die Gäste einander fragten: „Wer sind diese Damen? Wie heißt diese Gruppe?“. Darauf wussten die vier Sängerinnen noch nicht so recht eine Antwort. Sie sahen einander verlegen an und kamen beim Versuch einer Erklärung gar ins Stottern: „… Wir sind eigentlich erst seit einer Woche dabei, unser Repertoire zu arrangieren – wir hatten genug Zeit zu proben, aber einen Namen haben wir noch nicht gefunden…“ – Und sogleich meldete sich Elena Burke zu Wort: „Ich werde ihnen einen Namen geben! Diese Gruppe wird fortan den Namen „Las Cuatro Gemas“ – die vier Edelsteine – tragen. Denn es sind vier glänzende Edelsteine aus der kubanischen Musikszene, die sich hier zusammenfinden – und ich glaube, so sollten sie auch heißen.“ Und einige Tage später feierte Elena Burke ihr fünfzigjähriges Karrierejubiläum mit einem großen Konzert in Havanas Mella Theatre – wo sie das brandneue und vielversprechende Quartett gleich offiziell präsentierte.
Die vier Damen, die fortan unter dem Namen Gema 4 auftraten, waren zu diesem Zeitpunkt bereits bestens und musikalisch umfassend ausgebildete Sängerinnen. Schon in sehr jungen Jahren hatten sie im Chor ihres Konservatoriums gesungen – und erhielten dort während ihres Musikstudiums auch Anregungen, neue und andere musikalische Wege zu beschreiten. Und so entstand ihre Idee, zeitlose alte Lieder und fast in Vergessenheit geratene musikalische Stile in die Gegenwart zu holen – und zwar a capella.

Sie widmeten sich insbesondere dem Bolero, dem einstmals sehr beliebten kubanischen Filin-Stil und auch der Musik des Són mit seinem großen Schatz an traditionellen Liedern. 1994 nahm das Quartett sein erstes Album mit dem Titel „Grandes Boleros a Capella“ auf, das mit einer glühenden Fünf-Sterne-Kritik im Magazin „Le Monde de la Musique“ bedacht wurde.

1996 veröffentlichten Gema 4 das Album „Te Voy a Dar“, mit dem sie den prestigeträchtigen EGREM Award gewannen, gemeinsam mit dem renommierten kubanischen Vokalsextett Vocal Sampling. Gegen Ende des Jahres 1998 zogen sie gemeinsam nach Barcelona, und über die Jahre wurde die katalanische Metropole zu einer zweiten Heimat für das Quartett.

Ihr darauf folgendes Album „Gemas“ aus dem Jahr 2000 enthält neben A-Capella-Stücken auch erstmals Lieder mit instrumentaler Begleitung und stellt eine Reise in Zeitraffer durch die Geschichte der Musik kubanischer Komponisten (unter anderem Silvio Rodríguez) dar.

Im Laufe ihrer internationalen Bühnenkarriere traten Gema 4 oftmals zusammen mit bedeutenden Künstlern wie Ibrahim Ferrer, Eddie Palmieri, Irakere, Hernán López-Nussa, Celia Cruz, Tito Puente, Vocal Sampling, Ramón Valle und Omara Portuondo auf.